Petition/ Anfragen

The German Government has in May 2011 published an answer to our Petition here.




Deutscher Bundestag, Petitionsausschuss                                                                                                                     03.09.2008

Petition  zum „Aufstiegsstipendium“ bei einem Studium an der britischen Open University

(am 12.09.2008 unter dem Aktenzeichen Pet 3-16-30-213-042543 angenommen)

 


Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Email vom 8.11.2001 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mitgeteilt, dass „selbstverständlich“ ein Studium an der britischen Open University, der größten britischen Universität (www.open.ac.uk),  im Rahmen des Bafög gefördert werden kann.

Mit Schreiben vom 16.05.2008 (siehe Anlage) hat die Kultusministerkonferenz (KMK) mitgeteilt, dass die akademischen Bachelor-Abschlüsse der britischen Open University mit deutschen akademischen Abschlüssen vergleichbar sind – der für Studierende relevante Punkt. 

Auch in der Datenbank „anabin“ der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) der KMK wird die Open University als „Hochschule, H+“ geführt und damit identisch mit der Klassifikation der Universitäten Oxford und Cambridge.

Mit Email vom 29.08.2008 hat das BMBF nun mitgeteilt, dass (siehe letzten Absatz der Email) es sich „bei der Open University um keine gleichwertige Hochschule“ handelt, „mit der Folge, dass dort immatrikulierte Auszubildende weder Fördermittel aus dem Programm Aufstiegsstipendium noch gesetzliche Leistungen nach dem BaföG erhalten können“. 

Es stellen sich daher nun folgende Fragen bzw. Probleme, die der Ausschuss bitte klären möge:

Welche aktuellen Änderungen liegen vor, dass nach Ansicht des BMBF und in Abweichung der Aussage der KMK ein Studium an der britischen Open University nicht mehr als mit einem deutschen akademischen Studium vergleichbar sein soll? 

Insbesondere ist hierbei zu berücksichtigen, dass inzwischen bereits BA/BSc-Absolventen der britischen Open University an deutschen Universitäten (z.B an der Universität Frankfurt am Main; diese Universität ist bei der Auswahl der Studierenden nach eigener Aussage sehr wählerisch) zu einem Masterstudium angenommen worden sind. 

Sofern die Ansicht des Bundes von der Einschätzung der KMK so gravierend abweicht wie in der aktuellen Email des BMBF geschehen, ergibt sich die Situation, dass sehr viele der mehr als 1.000 Absolventen und der derzeit mehr als 1.300 Studenten der britischen Open University die es in Deutschland gibt, sich – da dann kein mit einem deutschen Studium vergleichbarer Abschluss vorhanden ist – auf das „Aufstiegsstipendium“ bewerben können. 

Ist dies vom BMBF bzw. dem Deutschen Bundestag erkannt worden? Ist dies politisch so gewollt? Etliche OU-Absolventen würden die Chance gerne nutzen, und so auch noch an einer deutschen Universität – mit Mitteln des BMBF gefördert – studieren wollen. 

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Jauernig



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Requests of the Liberal party at the "Deutscher Bundestag" (excerpts) concerning OU studies in Germany



Deutscher Bundestag            

16. Wahlperiode

Kleine Anfrage

der Abgeordneten Uwe Barth, Patrick Meinhardt, Cornelia Pieper..., Dr. Guido Westerwelle und der Fraktion der FDP

Aufstiegsstipendien und die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung  

Mit dem Aufstiegsstipendienprogramm beabsichtigt die Bundesregierung, Absolventinnen und Absolventen einer Berufsausbildung zur Aufnahme eines Studiums zu bewegen. Ziel des Programms ist es, so Bundesbildungsministerin Schavan, „die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Ausbildung [zu erhöhen] und mit Blick auf den drohenden Fachkräftemangel zusätzliche Potentiale [zu erschließen]“ (www.aufstiegsstipendium.de, 02.10.08). Bis Ende 2009 sollen die ersten 1.000 Stipendiatinnen und Stipendiaten aufgenommen werden. Dabei hätten sich, nach Auskunft des Bundesbildungsministeriums, innerhalb der ersten sieben Wochen 2.000 Berufserfahrene für das neue Förderprogramm beworben. 

Tatsächlich ist die Quote der beruflich Qualifizierten, die ohne allgemeine Hochschulzugangsberechtigung ein Studium in Deutschland aufnehmen sehr gering. Während in Großbritannien rund 15 Prozent der Studienanfänger als „Quereinsteiger“ gelten liegt, laut Statistischem Bundesamt, der Anteil in Deutschland unter einem Prozent. Es handelt sich gerade einmal um 9.700 „beruflich Qualifizierte“ bei ca. bei über 1,9 Millionen Studierenden insgesamt (vgl. Statistisches Bundesamt). Es stellt sich jedoch die Frage, ob und inwiefern das Instrument „Aufstiegsstipendium“ genügt, um das Anliegen in spürbarem Maße zu befördern und welche weiteren Maßnahmen zur Erhöhung der Aufnahme eines Studiums erforderlich wären.

Wir fragen die Bundesregierung:

...

17. Inwiefern erachtet die Bundesregierung Konzepte analog des „Open University“-Modells als zukunftsweisend, gerade mit Blick auf die Qualifizierung von Personen ohne Hochschulzulassung? Welche Maßnahmen sind diesbezüglich geplant?

...

Berlin, den 31. Oktober 2008

 Dr. Guido Westerwelle und Fraktion



Answer of the  Bundesregierung from November 30 2008 (Drucksache 16/10753)

NebendenBemühungenderLänderzurVerständigungaufgemeinsameMindestanforderungen für den Hochschulzugang beruflich Qualifizierter ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung sind auch Konzepte wie die „Open University“ geeignet, bessere Aufstiegswege für eine größere Zahl von beruflich Qualifizierten zu eröffnen. Wie die Erfahrungen in anderen europäischen Ländern gezeigt haben, kann hierdurch ein deutlicher Fortschritt zur Verbesserung des Übergangs zwischen beruflicher Bildung und Hochschulbildung erzielt werden. Im Rahmender „Qualifizierungsinitiative für Deutschland“ beabsichtigen Bund und Länder im Jahr 2010 einen Wettbewerb „Lebenslange wissenschaftliche Qualifizierung“ (Arbeitstitel) zu starten, durch den u.a. die Integration von beruflich Qualifizierten in die Hochschulbildung erhöht werden soll.

The full answer to the request of the FDP Fraktion can be found here


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Deutscher Bundestag  Drucksache 16/11461 

 16. Wahlperiode  17. 12. 2008 

 Kleine Anfrage der Abgeordneten Uwe Barth, Patrick Meinhardt, Cornelia Pieper, ..., 

 Dr. Guido Westerwelle und der Fraktion der FDP 

 Open University – Förderung und Förderfähigkeit des freien Hochschulzugangs 

 Das „Open-University“-Modell,  welches auf den grundlegenden Ansätzen und  Erfahrungen der  1969 gegründeten Open University (OU)  in Großbritannien aufbaut, erfreut sich zunehmender Beliebtheit – auch außerhalb des Vereinigten Königreichs.  Das Konzept sieht vor,  dass Kurse,  Zertifikate, Diploma und Universitätsabschlüsse wie BA, MA oder MBA im Fernstudium angeboten werden und auch für Personen ohne formalen Bildungsabschluss zugänglich sind. Die OU ist  mittlerweile auch in Deutschland anerkannt  und die Universität Hamburg hat  bereits 1996 einen Kooperationsvertrag mit  der Open University unterzeichnet.  Auch die Friedrich-Schiller-Universität  Jena hält  ein derartiges Angebot  vor.  Seither  informiert  u.  a.  die Arbeitsstelle für  Wissenschaftliche Weiterbildung über  Studienangebote der  OU und koordiniert  Veranstaltungen für  Interessenten und Studierende.  Derzeit  sind etwa  1 800 in Deutschland wohnhafte Studierende an der Open University eingeschrieben. 

 „Open-University“-Modelle eignen sich in idealer Weise dazu,  den Hochschulzugang für  beruflich Qualifizierte ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung zu eröffnen und die Durchlässigkeit  des  Bildungssystems  zu stärken. 

 Die Bundesregierung erklärte auf Anfrage der Fraktion der FDP,  „Wie die Erfahrungen in anderen europäischen Ländern gezeigt  haben,  kann hierdurch ein deutlicher  Fortschritt  zur  Verbesserung des  Übergangs  zwischen beruflicher Bildung  und  Hochschulbildung  erzielt  werden“  (Antwort  auf  die  Kleine Anfrage  „Aufstiegsstipendien und die  Durchlässigkeit  zwischen beruflicher und  akademischer  Bildung“;  Bundestagsdrucksache  16/10753).  In  diesem Zusammenhang bekundete die Bundesregierung ihre Absicht,  im Rahmen der  „Qualifizierungsinitiative für Deutschland“ den Wettbewerb „Lebenslange wissenschaftliche Qualifizierung“ auf den Weg zu bringen,  welcher u.  a.  die Integration von beruflich Qualifizierten in die Hochschulbildung erhöhen soll.

Drucksache 16/11461 – 2 – Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode 

Wir fragen die Bundesregierung: 

 1.  Inwiefern hält  die  Bundesregierung – auch unter  Berücksichtigung des Europarechts und der Äußerung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) aus dem Jahr 2001 an die britische Open University – 

 Fernstudiengänge  an  Hochschulen  der  EU-Mitgliedstaaten  für  BAföG-förderfähig? 

 2.  Inwiefern hält  die Bundesregierung,  gerade auch vor dem Hintergrund der  Antwort auf die Kleine Anfrage „Aufstiegsstipendien und die Durchlässigkeit  zwischen beruflicher  und akademischer  Bildung (Bundestagsdrucksache  16/10753)“,  Fernstudiengänge  an  Hochschulen  im Rahmen  des  „Aufstiegsstipendiums“ für förderfähig? 

 3.  Welche Gründe führt  die Bundesregierung – vor dem Hintergrund der zunehmenden  Möglichkeit  bei  Universitäten  Präsenzveranstaltungen  auch (bei  persönlicher  Abwesenheit)  „online“ zu sehen – für  eine Unterscheidung in (förderfähiges)  Präsenzstudium im EU-Ausland und (ggf.  nicht förderfähiges) Fernstudium im EU-Ausland an? 

 4.  Hält  die Bundesregierung die Entwicklung von deutsch-britischen Fernstudiengängen im Rahmen der Förderung durch den DAAD auch dann für förderfähig,  wenn diese Fernstudiengänge für  Personen (In-  und Ausländer)  ohne Hochschulzugangsberechtigung „nur“ zu einem britischen Bachelorabschluss führen? 

 Mit welcher Begründung? 

 5.  Verfügt die Bundesregierung über Erkenntnisse,  ob und inwieweit die Studierneigung bei  „älteren“ Menschen durch ein Studienangebot  analog des OU-Modells gesteigert werden könnte? 

 Welche Informationen liegen vor? 

 6.  Inwiefern hält  es die Bundesregierung für sinnvoll,  das Informationsportal des DAAD zu erweitern,  um im Ausland ansässige Bildungsinländer (z. B. mit  Abschluss einer deutschen Auslandshandelskammer) auf die Möglichkeiten aufmerksam zu machen,  ohne Abitur und im Rahmen eines Online-Angebots in Deutschland studieren zu können? 

 7.  Hält es die Bundesregierung für geboten, dass die Angebote der Open Universities im EU-Ausland im Rahmen des  DAAD-Online-Angebotes dargestellt werden? 

 Inwiefern sieht die Bundesregierung diesbezüglich eine Handlungsnotwendigkeit? 

 8.  Inwiefern wären einzelne Bundesländer im Rahmen der jeweiligen Hochschulgesetzgebung und der  länderübergreifenden Vereinbarungen in der Lage,  einen völlig offenen Hochschulzugang analog des „Open University 

 Konzepts“ umzusetzen? Würde die Bundesregierung einen solchen Schritt  begrüßen und unterstützen? 

 9.  Hält es die Bundesregierung für sinnvoll und praktikabel,  bei der Entwicklung englischsprachiger  BA-Studiengänge künftig verstärkt  mit  englischsprachigen  Fernuniversitäten  zu  kooperieren,  auch  um kostenintensive technische Doppelentwicklungen im Bereich des E-Learning zu vermeiden? Welche Gründe kann die Bundesregierung für diese Annahme aufführen? 

 10.  Inwiefern hält  es  die Bundesregierung für  angebracht,  dass  auch Hochschulen bzw. Hochschullehrer, auch aus dem EU-Ausland, beruflich Qualifizierte ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung für ein Aufstiegsstipendium vorschlagen können?

11.  Inwiefern könnten Angebote der Open Universities dem Anliegen entsprechen, duale Karrieren im Spitzensport zu fördern, gerade indem E-Learning und Blended-Learning an ausgewählten Hochschulen durchgeführt und gefördert werden, ohne eine dauerhafte Präsenz erforderlich zu machen? 

 12.  Wird die Bundesregierung – wie im Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD (Bundestagsdrucksache 16/10882)  gefordert  – Modellprojekte an ausgewählten Hochschulen im Bereich des  E-Learning und Blended-Learning „ohne dauernde Präsenzpflicht“ fördern? Wenn ja, in welchem finanziellen Umfang und ab wann? 

 13.  ... 

 14.  ...

 15.  ... 

 Wie wird die Auffassung der Bundesregierung begründet? 

 Berlin, den 17. Dezember 2008 

 Dr. Guido Westerwelle und Fraktion



The ANSWER of the Bundesregierung can be found here